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Kai-Steffen Meier und Karascada M wollen ihre WM-Chancen wahren (Foto Julia Rau)

Kai-Steffen Meier/Karascada M

Geht die Reise nach Kentucky oder nach Pau?

VON WOLF-DIETRICH NAHR

WM-Reservist Kai-Steffen Meier hat mit Blick auf eine mögliche Teilnahme in Kentucky die Flinte noch nicht ins Korn geworfen. Ganz im Gegenteil: Er macht aus der Not der unsicheren Nominierung eine Tugend. "Ich bin relativ gelassen", sagte der Profi im buschreiter-Interview.

Bei der Aufstellung der Longlist für die Weltreiterspiele in den USA hatte sich Meier mit Karascada (Stallname Nina) nicht in der ersten Wahl wiedergefunden, sondern er erhielt in Luhmühlen vom DOKR-Vielseitigkeitsausschuss und den Bundestrainern nur den Reservistenstatus – gemeinsam mit Anna Warnecke/Twinkle Bee und Andreas Ostholt/Franco Jeas.

"Die Chance schmeißt man nicht weg"

Und obwohl auch der Drei-Sterne-Auftritt im Rahmen des Nationenpreises in Aachen alles andere als planmäßig verlief (Nina sah wegen eines dicken Beines nicht das Gelände), bleibt Kai-Steffen Meier trotzdem am Ball. "Sie wird den Sichtungsweg weiter gehen, es bleibt eine Chance, die man nicht einfach wegschmeißt", sagte er im buschreiter-Interview am Sonntag.

Dies bedeutet erst einmal die Fahrt nach Warendorf zum Kader-Lehrgang, bei dem sich die Selektoren einen Überblick über die Aspiranten verschaffen werden. Am Mittwoch dann tritt ein Teil der Kandidaten die Reise zum Weltcup-Turnier nach Malmö an, so auch Kai-Steffen Meier und Karascada. Und zwei Wochen später wird es dann bei der Deutschen Meisterschaft in Schenefeld Ernst, denn danach werden die sechs Paare für Kentucky ausgewählt.

Zweieinhalb Jahre kein Springfehler

Und Meier erinnert an die Qualitäten der genialischen Heraldik xx-Tochter: "Ja, gut, sie ist keine Dressurqueen, aber mit ihrer Konstanz im Gelände und beim Springen legt sie schon eine bemerkenswerte Kalkulierbarkeit an den Tag, immerhin hat sie seit zweieinhalb Jahren keinen Springfehler mehr gemacht – und wie viele Reiter können das von ihren Pferden sagen."

Vier-Sterne-Qualitäten

Es scheint offensichtlich, dass die Bundestrainer Meier und Nina längst nicht vom Zettel gestrichen haben: Denn Alternativpläne des Reiters – ein Start beim Klassiker in Burghley – hat man dem jungen Kaderreiter erst einmal ausgeredet. Sicher nicht, weil man dem Paar den Vier-Sterne-Auftritt nicht zutrauen würde. Immerhin hat Karascada zwei Platzierungen beim CCI**** 2008 in Luhmühlen (8.) und in Badminton 2009 (21.) vorzuweisen. Folglich hat sich Kai-Steffen Meier für die weitere Saisonplanung nicht den englischen Vier-Sterne-Event, sondern als möglichen Saisonabschluss den CCI**** im französischen Pau vorgenommen – falls man ihm kein Ticket zu den Weltreiterspielen geben sollte.

Dass er sich weiter um einen WM-Start bemüht, obwohl er zunächst nicht allererste Wahl ist, gibt ihm eine "gewisse Gelassenheit aus dem zweiten Glied". Kai-Steffen Meier: "Erst in Schenefeld wird man sehen, was geht."

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Schenefeld ebnete 2009 für das Paar den Weg nach Fontainebleau (Foto Nahr)