Frank Ostholt/Mr. Medicott
Start bei der Europameisterschaft nicht möglich
VON WOLF-DIETRICH NAHR
Der Trainingssturz von Mannschaftsolympiasieger Frank Ostholt und Mr. Medicott in Luhmühlen hat doch gravierendere Folgen: Das Toppferd des Profis aus Warendorf hat sich so stark verletzt, dass ein Einsatz bei der Europameisterschaft Ende August in Luhmühlen nicht in Frage kommt. Das erklärte Frank Ostholt im Interview mit buschreiter.de.
„Mit der Euro wird das wohl nichts, da läuft mir jetzt einfach die Zeit weg.“ Mr. Medicott sei bei dem Sturz in Luhmühlen im Gelände so stark gegen ein Stellteil geprallt, dass er sich eine Platzwunde am rechten Knie und offenbar auch stärkere Prellungen in dem Gelenk zugezogen hat. „Wir sind erst davon ausgegangen, dass das nur eine Lapalie ist, aber das zieht sich nun alles deutlich länger hin“, sagte Ostholt.
Drei Wochen Boxenruhe
Vermutlich seien die Gelenkstrukturen im Bereich der Kreuzbänder und des Meniskus' gedehnt, meinte der Reiter. Allerdings ist bei den Untersuchungen eine Fraktur ausgeschlossen worden. Mr. Medicott muss deshalb im Prinzip Boxenruhe einhalten, und das noch für drei Wochen. Ostholt: „Wir lassen ihn nur ein bisschen grasen.“
"Totaler Quark"
Der Goldmedaillengewinner von Hongkong ging auf Szenegerüchte ein, dass Mr. Medicott angeblich nicht mehr in den Sport zurückkehren werde. „Das ist totaler Quark.“ Er habe vielmehr vor, im Herbst etwa beim CCI**** im französischen Pau mit Mr. Medicott die Olympiaqualifikation zu erbringen. Wenn dies in 2011 nicht gelinge, dann „müssen wir im Frühjahr ganz zeitig beginnen“. Das bedeutet: ein Start in Badminton.
Just dort hat Bundestrainer Hans Melzer an Ostern verkündet, dass Olympiabewerber für 2012 eine ordentliche Leistung auf Vier-Sterne-Niveau in diesem oder im nächsten Jahr vorweisen müssen.
Kommt Little Paint zum Einsatz?
Für Frank Ostholt ist dennoch die Europameisterschaft nicht abbgeschrieben: Für das Championat kommt der 13-jährige Little Paint in Frage, der allerdings zwei Jahre lang keine größeren Prüfungen gelaufen ist. Das Pferd hatte an einer Zyste am Oberschenkelknochen laboriert. Little Paint ist damit Frank Ostholts Hoffnungsträger: „Eine großartige Wahl habe ich nicht mehr.“
Immerhin war das Paar beim CIC** in Velen platziert (13.). In Jardy soll der Vierbeiner seine erste Dreisterne gehen, um eventuell sogar beim CCI**** in Luhmühlen in der Startbox zu stehen. Für den 8-Jährigen Namensvetter von Mr. Medicott, Sir Medicott, kommt die ganz große Tour mit einer langen Drei-Sterne-Prüfung noch zu früh. Ostholt: „Ich will ihn nicht überfallen.“
Verschraubte Platte
Während also Mr. Medicott noch an den Sturzfolgen leidet, hat sich Frank Ostholt selbst nach eigenen Angaben wieder ganz gut erholt. Er hatte sich das rechte Schlüsselbein gebrochen und war in der Klinik von Mannschaftsarzt Dr. Manfred Giensch in Hamburg-Harburg operiert und mit einer verschraubten Platte versehen worden. Zwei Tage lang musste er im Krankenhaus das Bett hüten. In Bielefeld und in Velen saß der Berufsreiter aber schon wieder im Sattel. Dennoch kuriert er mit intensiver Physiotherapie die Schulterverletzung aus.
Frank Ostholts Stoßseufzer im buschreiter-Interview: „Manchmal läuft es halt nicht so rund, da muss man Geduld und Spucke haben, und irgendwann geht es wieder aufwärts.“
So berichtete buschreiter.de:
Frank Ostholt bricht sich Schlüsselbein
Absage für Badminton
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