Neue Hengstleistungsprüfung:
Viele Unterstützer der Online-Petition
Die neue Hengstleistungsprüfungsordnung zieht weiterhin Kreise. Züchter haben jetzt die Initiative ergriffen und versuchen, über das Internet ihre Kollegen in Form einer Online-Petition verbandsübergreifend zu mobilisieren.
Das Thema Hengstleistungsprüfung, besser gesagt, die Reform derselben und ihre Auswirkungen auf weite Teile der Pferdezucht, sorgen weiterhin im ganzen Land für Unmut in der Züchterschaft. Ziel der zu Weihnachten gestarteten Aktion ist es, zu erreichen, dass der nach Meinung vieler Züchter züchterisch wenig aussagekräftige, aber viele Pferde (besonders die Blüter) benachteiligende HLP-Zuchtwert als prüfungsentscheidendes Element wieder verschwinden soll.
Unter www.hlp-reform.de gibt es jetzt eine eigene Homepage mit einem Blog, der sich langsam füllt. Darüber hinaus wird dort einen Musterbrief angeboten, den Züchter verwenden können, wenn sie ihren Verbänden und der FN mitteilen möchten, dass sie nicht einverstanden sind mit dieser neuen Regelung. Und: Es gibt gesammelte Veröffentlichungen und auch schon erste Züchterstimmen zum Thema. Die Seite wächst täglich.
Unter http://openpetition.de/petition/online/petition-gegen-die-ergebnisrelevanz-des-hlp-zw-im-rahmen-der-hengstleistungspruefung
wurde eine Online-Petition eingerichtet, die Züchter zeichnen können. Innerhalb von zwei Tagen haben sich bereits mehr als 130 Züchter dort eingetragen. Das Ergebnis soll nach einer Zeichnungszeit von insgesamt 62 Tagen gesammelt der FN und den Verbänden übermittelt werden.
Last but not least gibt es inzwischen auch eine eigene Gruppe bei Facebook mit derzeit rund 500 Mitgliedern binnen ganz weniger Tage, die sich ebenfalls mit dem Thema befasst:
http://www.facebook.com/#!/groups/hlpreform/
Auch www.buschreiter.de wird über das Thema weiter berichten.
Der Pferdezuchtverband Baden-Württemberg versucht nun, Buschpferdezüchter besonders zu unterstützen. Bleibt allerdings abzuwarten, ob die angebotenen Hilfen das erhoffte Korrektiv darstellen werden.
Der Verband ist mit folgenden Aktionen kurz vor Weihnachten an die Öffentlichkeit gegangen:
Züchter, die einen Stutenstamm, der nachweislich schon Vielseitigkeitspferde hervorgebracht hat, mindestens mit einem Halbbluthengst oder mit einem im Vielseitigkeitssport selbst erfolgreichen Hengst anpaaren und die Bedeckung an den PZV BW melden lassen, erhalten 20 % Deckgeldnachlass. Hengsthalter, die mitmachen, werden vorab veröffentlicht.
Der Pferdezuchtverband schreibt außerdem bei den Fohlenschauen Ellwangen, Marbach, Fronhofen und Südbaden einen Ring für Buschfohlen aus. Fachkundige Spezialrichter werden eingesetzt. Ausgewählte Fohlen werden in Riedlingen zugelassen.
Ausbildungsbetriebe mit Schwerpunkt Vielseitigkeit (Liste wie bei Hengsthaltern), die sich bereit erklären, eine 14-tägige kostenlose Talentprüfung anzubieten, nehmen als solche erkannte Talente im Anschluss mit 20% Berittgeldnachlass in Ausbildung.
Nicht neu sind folgende Fördermaßnahmen: Der Zuchtverband gibt vier Monate lang 200 Euro Stipendium in den Bundeschampionatsjahrgängen für Pferde, die in Sindlingen beim "Talentschuppen" entdeckt werden. Auch das gibt es bereits: Der FBW zahlt mindestens drei Monate lang 260 Euro für Bundeschampionats-Teilnehmer und 750 Euro für Finalteilnehmer und zusätzlich 750 Euro für Finalplatzierte.
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