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Andreas Dibowski und Kai Rüder haben wie 2010 auch in dieser Saison Badminton auf dem Plan (Fotos Trevor Holt und Wolf-Dietrich Nahr)

Badminton 2011:

Deutsche Rekordbeteiligung beim Klassiker

VON WOLF-DIETRICH NAHR

Der lange Vier-Sterne-Klassiker in Badminton wird in 2011 aller Voraussicht nach eine deutsche Rekordbeteiligung erleben: Neun Reiter und Pferde planen einen Start im Schlosspark des Duke of Beaufort – so viele wie noch nie zuvor.

Nach Angaben von Bundestrainer Hans Melzer sind folgende Kombinationen für den CCI**** an Ostern (21. bis 25. April 2011) vorgesehen: Andreas Ostholt/Franco Jeas, Frank Ostholt/Mr. Medicott, Dirk Schrade/King Artus, Andreas Dibowski/FRH Fantasia, Ingrid Klimke/FRH Butts Abraxxas, Anna Warnecke/Twinkle Bee, Kai Rüder/Leprince des Bois, Peter Thomsen/Parko und Marina Köhncke/Calma Shelly.

Das Rekordaufgebot in Badminton ist im EM-Jahr 2011 auffällig: Traditionell ist die Nachfrage nach einem Startplatz bei dem Vier-Sterne-Event aus deutscher Sicht eher mäßig, wenn ein Drei-Sterne-Championat wie nun mit der Europameisterschaft in Luhmühlen ansteht. Dies ist in diesem Jahr völlig anders.

"Das hat jeden weitergebracht"

"Es hat bisher allen Reitern geholfen, wenn sie in Badminton geritten sind, das hat jeden weitergebracht – und es passt gut in unser Konzept", erklärte Bundestrainer Melzer im buschreiter-Interview. Er und Christopher Bartle wollen ganz offensichtlich die Top-Reiter des Championatskaders deutlich fordern, auch vor dem Hintergrund, dass die Mannschaftsleistungen der beiden zurückliegenden Championate in Fontainebleau 2009 und in Kentucky 2010 die Erwartungen nicht erfüllt haben. ""Es ist ganz wichtig, eine solche anspruchsvolle Prüfung mit einem Top-Ergebnis zu beenden, nur drei Sterne reiten und dann zum Championat fahren, das klappt nicht immer." Hans Melzer weiter im buschreiter-Interview: "Wenn man bei vier Sterne lang gut sein will, dann muss man ordentlich kämpfen."

Station auf dem Weg nach Luhmühlen

Gleichzeitig geht es der deutschen Equipe laut Hans Melzer auch darum, ein gutes Jahr vor Olympia in London auf der britischen Insel Präsenz zu zeigen und sich dem englischen Eventing-Milieu zu stellen. Gleichzeitig ist Badminton auch ein Sichtungs-Instrument für die Europameisterschaft in Luhmühlen. Denn Christopher Bartle und Hans Melzer werden ein mächtiges Gedrängel bei der Vergabe der 12 Startplätze für die gastgebenden Vielseitigkeitsreiter erleben: Die Trainer sehen sich nämlich mit einem "doppelten Kontingent" konfrontiert. 24 Reiter mit 26 bis 28 Pferden haben die "sportliche Qualifikation" für einen Start bei der Europameisterschaft im eigenen Land. Hans Melzer: "Da muss man etwas Druck machen." Anders gesagt: Wer in Badminton eine gute Figur macht, hat einen Bonus bei der EM-Sichtung.

"Weg zum Championat"

Wer nach der Saison 2011 eigentlich nichts mehr beweisen muss, ist Weltmeister Michael Jung, der nach langwierigen Kaufverhandlungen nun doch auf seinen Überflieger Sam bauen kann. Allerdings hat die monatelang offene Eigentumsfrage eine ernsthafte Vorbereitung auf Badminton vereitelt: buschreiter berichtete hier. Aber Hans Melzer ist trotz der planerischen Ladehemmung zu Saisonbeginn überzeugt: "Man wird für die beiden einen sinnvollen Weg zum Championat finden."

"Alle gesund und fit"

Bundestrainer Melzer ist mit dem Verlauf der Winterarbeit und dem Trainingsstand der Paare knapp drei Monate vor Badminton sehr zufrieden. Wichtige Informationen für dieses Urteil sammelte er bei Kaderlehrgängen in Luhmühlen und in Warendorf in den ersten beiden Februar-Wochen. "Alle sind gesund, fit und haben eine gute Grundkondition." Wie in jedem Jahr ist eine konsequente Vorbereitung auf Badminton so früh in der Saison nur möglich, wenn das Wetter mitspielt. Ein erneuter Wintereinbruch mit Schnee und Frost könnte noch Vier-Sterne-Aspiranten vorzeitig aus dem Rennen werfen. Probleme dieser Art gab es fast in jeder Saison.

Um eine Woche vorverlegt

Der Faktor Zeit kommt auch noch hinzu: Aus feiertagstechnischen Gründen hat sich der Veranstalter entschlossen, den Termin um eine Woche auf Ostern vorzuverlegen. Hintergrund: Der Ostermontag ermöglicht den kommerziellen Turnierpartnern ein sattes Umsatzplus. Für die Teilnehmer verkürzt dies aber die Vorbereitungszeit um eine Woche.

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