Interview Harald Ambros
Rote Karte ohne Rücksicht auf Rang und Namen
Der österreichische Championatsreiter Harald Ambros hat kürzlich beim CCI**** im französischen Pau seine Klasse gezeigt, indem er seine beiden Top-Pferde mit Erfolg vorgestellt hat: Mit Quick wurde er 13. und mit O'Feltiz 26. buschreiter.de fragte nach den Perspektiven für die Saison 2012. Ambros appelliert an die Turnieroffiziellen, bei Problemen im Gelände notfalls auch prominente Reiter aus dem Rennen zu nehmen.
In Badminton platziert, in Pau platziert. Sie sammeln Vier-Sterne-Erfolge. Sind Sie inzwischen Österreichs erfolgreichster Vielseitigkeitsreiter?
Harald Ambros: Es gab in Österreich natürlich noch keine Vier-Sterne-Erfolge vor meiner Zeit. In Badminton war ich der erste Österreicher ,der überhaupt beendet hat, dann noch mit einer Platzierung, das hat mich natürlich sehr gefreut.
Waren Sie sehr enttäuscht, dass die Österreicher bei der EM in Luhmühlen nicht vertreten waren? Warum eigentlich nicht?
Ambros: Wir hätten in Luhmühlen starten können, ich habe mich aber dann auf Grund des Qualifikationssystems (für London 2012) für einen Start in Pau statt Luhmühlen entschieden.
Sie waren inzwischen bei etlichen internationalen Championaten dabei. Gibt es noch Ziele im Top-Sport, die Sie in der nächsten Zeit erreichen wollen?
Ambros: Ich bin nun Badminton, Lexington, Luhmühlen und Pau geritten, das heißt mir fehlt nur noch Burghley, um alle Vier-Sterne geritten zu haben. Das wäre so mein Ziel.
Gibt es hinsichtlich der Qualifikationsbedingungen eine Chance, Olympia 2012 anzupeilen?
Ambros: Bezüglich London gibt es natürlich eine Chance, und es schaut auch punktemäßig nicht schlecht aus, ob es dann definitiv reicht wird man nächstes Jahr sehen, da ja jetzt auf dem Festland keine Möglichkeiten zum Starten mehr bestehen. Am 1. März ist dann Schluss mit Quali, aber die Italiener und auch die Iren haben nun eine CCI*** am 26. Februar eingeschoben, ob ich die besuchen werde hängt ab, wo ich auf der Quali-Liste platziert bin, es gibt aber bis dato keine aktuelle Zwischenauswertung.
Österreich ist in relativ kurzer Zeit durch mehrere tragische Unfälle im Gelände hart getroffen worden. Sehen Sie Ansatzmöglichkeiten, die Unfallgefahr im Cross zu minimieren?
Ambros: Bezüglich der Unfälle, die Österreich leider getroffen haben, muss man sagen, dass vorher 15 Jahre lang nichts passiert ist. Dafür aber in anderen Ländern natürlich. Das heißt, ein gewisses Restrisiko wird immer bleiben!
Die Richter haben ja seit einigen Jahren die Möglichkeit, ermüdete Pferde im Cross aufzuhalten, und ich denke, dass das schon eine der wichtigsten Maßnahmen ist, da ja jeder weiß, dass ein "leeres" Pferd sturzgafährdet ist und dass diese Stürze die gefährlichsten sind, da der Reiter dabei häufig unter das Pferd gerät.
Richter und Offizielle sollten diese Ordnungsmaßnahme aber natürlich bei allen Reitern einsetzen, ungeachtet von Rang und Namen!
Interview: Wolf-Dietrich Nahr/buschreiter.de
Ihre Meinung zum Thema?
|