Querbeet in der Großstadt: Als ob Australien nicht genug Platz für eine Geländestrecke hat...(Fotos privat) |
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Dressur: Viel Luft nach oben Steigen, buckeln, rückwärtsrennen, alles war dabei. Eine finnische Teilnehmerin wäre beinahe im Grünen gelandet, so stark bockte ihr Pferd - an eine anständige Dressur war nicht zu denken. Einige Pferde wirkten, als hätten sie noch nie ein Richterzelt gesehen. Etwas, was ich so eigentlich nicht wirklich nachvollziehen konnte, denn schließlich befand man sich auf 2*-Niveau. Die Noten waren entsprechend. Es gab in den 2* -Abteilungen jeweils nur ein oder zwei Teilnehmer unter 50 Minuspunkten, viele Paare bewegten sich aber im satten 60er- und 70er- Bereich. Wenn ich die Dressurvorstellungen in Adelaide mit denen auf deutschen Veranstaltungen vergleiche, liegen dazwischen Welten. Nach diesen Beobachtungen schenkten wir den „afternoon tea“ aus und ließen den Turniertag auf dem Hauptplatz ausklingen. Die Stimmung war spitze - lag doch der Sohn des Turnier-Koordinators, Cooper Oborn, nach seiner Dressur im CCI** an zweiter Stelle… Als "Horse Marshall" im Einsatz Punkt sieben Uhr in der Früh traf ich mich mit den anderen Freiwilligen an der Meldestelle. Materialien und Lunchpakete wurden verteilt und los ging´s zu den entsprechenden Geländestationen. Mein Job war der des „Horse Marshall“. Ich war also dafür verantwortlich, ausgeschiedene oder gestürzte Reiter und Pferde sicher aus dem Gelände und zum Tierarztzelt zu geleiten, natürlich ohne dabei die laufende Prüfung zu stören. Nach einer kurzen Inspektion der schnellsten und besten Wege aus meinem Bereich setzte ich mich an meinen Sprung und bereitete mich auf einen vermeintlich ereignislosen Tag vor. Ich rechnete absolut nicht damit, dass jemand an meinen relativ einfachen Sprüngen Probleme haben sollte. |
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Cross Roads: Die Veranstalter der internationalen Vielseitigkeit in Adelaide machten den Weg frei (Fotos privat) |
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Gefährliche Innenbahn Doch bereits in der ersten Prüfung des Tages, dem CCI**, gab es etliche Vorbeiläufer und bald schon musste ich die erste Teilnehmerin nach drei Stops aus dem Gelände geleiten. Im anschließenden CCI**** zeigten sich an meinem Hindernis wie erwartet keinerlei Probleme. Kein einziger Stopp war zu verzeichnen. Allerdings stürzte eine Reiterin mit ihrem Pferd an der darauffolgenden Kombination 10 AB, zwei dicken Tischen auf gebogener Linie, nach dem sie auf die Innenbahn geriet und ihr Pferd sich mutigerweise entschloss, einen halben Galoppsprung zu früh abzuspringen. Dadurch aber konnte es die Weite des Hindernisses leider nicht mehr schaffen und kam zu Fall. Das Pferd galoppierte direkt auf mich zu, und ich konnte es an einem Steigbügelriemen, der als Hilfe um den Hals des Pferdes gelegt worden war, greifen und einfangen. Nur oberflächliche Schrammen Nach einem anfänglichen kleinen Schock über das stark blutende Vorderbein, stellte sich dann glücklicherweise schnell heraus, dass es sich nur um ein paar oberflächliche Schrammen handelte. Ich brachte das Pferd zum Tierarztzelt und konnte erst aufatmen, als ich hörte, dass auch die Reiterin wohlauf war. Die Viersterne-Prüfung blieb ansonsten von meinem Standort aus ohne weitere Zwischenfälle und ich kann hier bilanzieren, dass sowohl die Reiter als auch die Pferde den Ansprüchen einer veritablen CCI**** sicher genügten. Offensichtliche Reiterfehler Anders hingegen im CIC**. Hier gab es wiederum einige Probleme, und bei der letzten Reiterin musste ich nochmals ran: Drei ärgerliche Vorbeiläufer ließen sie leider ausscheiden, und so brachte ich sie und ein gefundenes Eisen zurück zum Zielbereich. Alles in allem war ich auch im Gelände vom Niveau der 2*-Prüfungen enttäuscht. Sah ich doch viele unnötige Verweigerungen und offensichtliche Reiterfehler. |
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Viel Liebe zum Detail: das Cross von Adelaide (Fotos privat) |
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Aber: Es gab auch eine Reihe von guten und äußerst willigen Pferden, die dem einen oder anderen Reiter zuweilen sehr aus der Patsche halfen. Die eigentliche Erkenntnis aber war: Eine Geländestrecke quer durch eine Großstadt zu legen, das funktioniert. Mit viel Aufwand zwar, aber nicht ohne gewissen Reiz. Helfende Pferde Am Sonntag durfte ich relaxen und das abschließende Springen als Zuschauer genießen. Im Parcours bestätigte sich übrigens mein Eindruck der vorherigen zwei Tage: Im CIC/CCI** gab es sehr viele Abwürfe und Steher. Und genau wie im Gelände gab es viele Pferde, von denen ich absolut beeindruckt war - sie gaben wirklich ihr Bestes, sprangen aus den unmöglichsten Distanzen los und versuchten dadurch, Reiterschwächen auszugleichen. In dem CCI**** änderte sich das Bild. Es gab sehr viele gute und schön anzuschauende Ritte, und es wurde wirklich spannend … Sieg für Wendy Schaeffer Am Ende siegte Wendy Schaeffer auf Koyuna Sun Dancer, die mit Koyuna Sun Shine auch noch Platz 3 belegte. Zweiter wurde Christopher Burton auf Newsprint, dieser konnte außerdem den CCI** mit Haruzac siegreich beenden. In der kurzen 2*-Prüfung siegte Shane Rose im Sattel von Statford Neo, Der 20-jährige Lokalmatador Cooper Oborn konnte seinen aussichtsreichen Platz nach Gelände und Dressur nach 16 Springfehlern leider nicht halten… Alles in allem kann ich sagen, dass ich das australische Three-day-event als eine sehr schöne und einladende Veranstaltung erlebt habe und die Organisatoren und das gesamte Helferteam eine wirklich nette Truppe waren! Grüße vom anderen Ende der Welt und allen deutschen Eventern eine frohe Winterpause. |
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Gute und weniger gute Leistungen waren in Adelaide im Gelände zu sehen (Fotos privat) |
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Im Golf-Cart ging es zur Richterbetreuung bei der internationalen Vielseitigkeit. |
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